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7. Dezember 2021

Auf Ibiza wird das Trinkwasser knapp: Tourismus-Chef Vincent Torres schlägt Alarm

Höchstgrenze für Touristenzahlen in der Diskussion

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Im Sommer ist es traditionell extrem trocken auf Ibiza - das sieht man überall augf der Insel. Die Anzahl der Touristen 2016 bringt die Wasserversorgung jetzt noch früher an ihre Grenzen. (Foto: Markus Burgdorf)
Im Sommer ist es traditionell extrem trocken auf Ibiza - das sieht man überall augf der Insel. Die Anzahl der Touristen 2016 bringt die Wasserversorgung jetzt noch früher an ihre Grenzen. (Foto: Markus Burgdorf)

Eigentlich eine schon gewohnte Nachricht von Ibiza: Trinkwasser wird knapp. Doch sonst kommt diese Meldung immer erst Mitte August. Vincent Torres, Tourismus-Chef von Ibiza, schlägt dieses Jahr schon früher Alarm.

Der Grund dafür liegt im Ansturm der Touristen, die in diesem Jahr durch die Terroranschläge in der Türkei, in Tunesien und Ägypten, die Balearen als Ziel ihres Sommerurlaubs ausgewählt haben. So sagte Torres im Interview mit Pulse Radio, dass die Insel nur begrenzte Kapazitäten für Trinkwasser habe, auch die Infrastruktur, wie medizinische Versorgung, Wasserentsalzungsanlagen und Straßen, sei nicht für diesen Ansturm ausgerüstet. Auch Lärm und Verschutzung wären ein Thema.

Im Sommer ist es traditionell extrem trocken auf Ibiza - das sieht man überall augf der Insel. Die Anzahl der Touristen 2016 bringt die Wasserversorgung jetzt noch früher an ihre Grenzen. (Foto: Markus Burgdorf)
Im Sommer ist es traditionell extrem trocken auf Ibiza – das sieht man überall auf der Insel. Die Anzahl der Touristen 2016 bringt die Wasserversorgung jetzt noch früher an ihre Grenzen. (Foto: Markus Burgdorf)

„Mehr Menschen auf der Insel bedeutet automatisch, dass mehr Menschen unsere Ressourcen, wie zum Beispiel Wasser, verbrauchen und die Umwelt belasten. Heute haben wir bei 13.000 Einwohnern fast 100.000 registrierte Betten für Touristen. Die Insel ist nur 572 Quadratkilometer groß, da können wir einen weiteren Anstieg im Tourismus nicht verkraften“, so Torres im Gespräch mit dem Sender.

Torres will nun die Touristen mit einer Aufklärungskampagne zum verantwortungsvollen Umgang mit Wasser animieren. „Sie müssen verstehen, wie wichtig dieses Problem für die Insel ist“, so Torres weiter. Er gab zu, dass auch die zum Teil maroden Wasserleitungen Teil des Problems seien, hier würden bereits 40 Prozent des gesamten Wassers verlorengehen. Deshalb habe man damit begonnen, die Wasserleitungen zu erneuern. Es gebe auch eine Regelung, nach der zu definierten Zeiten während der Sommermonate kein Wasser aus Brunnen entnommen werden dürfe. Insgesamt versuche man, die sehr wichtigen Aufgaben möglichst gut und effizient durchzuführen.

Das Kampagnenmotiv der Alianza por el Agua
Das Kampagnenmotiv der Alianza por el Agua zum verantwortlichen Umgang mit dem knappen Trinkwasser

Auf die Frage, ob es eine Maximalgrenze für Touristen geben solle, antwortet Torres: „Das ist eins der Themen, die gerade auf dem Tisch liegen. Nicht alle Institutionen auf der Insel sind da einer Meinung. Deshalb ist es wichtig, einen Konsens herbeizuführen und sich auf eine Höchstgrenze zu einigen. Wir müssen das Problem lösen, um unsere Zukunft zu sichern.“

Zum 1. Juli 2016 hatten die Balearen eine Touristensteuer eingeführt, mit deren Einnahmen die Auswirkungen des Tourismus auf die Umwelt vermindert und die natürlichen Ressourcen der Inseln geschützt werden soll. Die Steuer ist nach Hotelklasse gestaffelt und beträgt im Schnitt etwa 1,50 Euro pro Nacht und Tourist.

 

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Über Redaktion 43 Artikel
Markus Burgdorf bereist Ibiza bereits seit 1966 und ist ein waschechter Ibiza-Fan.
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